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50er Jahre Anzeige, Hausfrau beim Abwasch mit Prilpaket, mit Slogan: wenig Stil hilft viel
Inserat für "Pril", aus "Frau und Mutter", 47. Jahrgang, zweites Juniheft 1958, Seite 32, bearbeitet. (Originaltext: "Pril so sparsam - wenig Pril hilft viel", "Pril ohne Soda schont die Hände")

Accessibility Know-how

Für die BerufskollegInnen, die sich einen schnellen Überblick verschaffen wollen...

Die Inhalte sind nicht neu, aber weitgehend aktuell.

WCAG 2.0 Überblick

22. Dezember 2008

Die Web Content Accessibility Guidelines WCAG 2.0 sind seit Dezember 2008 eine W3C Recommendation, also ein offizieller Standard des World Wide Web Consortiums (W3C) für die Erstellung barrierefreier Websites. Sie enthalten Empfehlungen, wie Websites auch für Menschen mit Behinderungen gut zugänglich gemacht werden können. Das W3C ist ein internationales Konsortium, das Internetstandards entwickelt (u.a. auch HTML, XML, CSS…). Die WCAG 2.0 ersetzen die vorher gültigen WCAG 1.0.

Akualisierung November 2009: Seit Oktober 2009 gibt es eine offizielle deutsche Übersetzung, die Richtlinien für barrierefreie Webinhalte (WCAG) 2.0.

Aktualisierung 2012: Seit Oktober 2012 sind die WCAG 2.0 ein ISO Standard: ISO/IEC 40500:2012.

Aufbau der WCAG 2.0

Die 12 Richtlinien (Guidelines) mit den zugehörigen 61 testbaren Erfolgskriterien (Success Criteria) sind normativ und technikunabhängig formuliert. Sie gelten also für W3C Spezifikationen wie HTML und CSS ebenso wie für patentgebundene, proprietäre Formate wie PDF, Flash, Silverlight, Video- und Audioformate, Java usw…

Die sehr ausführlichen Zusatzdokumente mit technischen Vorgaben (Sufficient Techniques), zusätzlichen Empfehlungen (Advisory Techniques) und Verständnis Hilfen (Understanding WCAG 2.0) sind nicht normativ, sondern können verändert und erweitert werden, um der technischen Entwicklung im Internet gerecht zu werden.

Die Reihung der Guidelines und zugehörigen Erfolgskriterien erfolgt bewußt nicht nach Konformitätslevels, sondern nach den 4 Prinzipien Wahrnehmbarkeit, Bedienbarkeit, Verständlichkeit und Robustheit. D.h. alle Erfolgskriterien sind wichtig und sollten nach Möglichkeit eingehalten werden, nicht nur die der Konformitätsstufe A. Manche Erfolgskriterien der Konformitätsstufe AAA sind nicht für jedes Webangebot umsetzbar.

Eine Konformitätserklärung kann auf der Website stehen, ist aber nicht verpflichtend. Wenn sie angeführt wird, muss sie allerdings genaue Vorgaben erfüllen: Conformance to WCAG 2.0.

Gesetzliche Vorgaben in Österreich

Die WCAG 2.0 definieren sich als international gültige Empfehlung. In einzelnen Staaten gibt es landesspezifische Vorgaben (z.B. BITV in Deutschland), die aber grundsätzlich auf den WCAG beruhen. Im österreichischen E-Government Gesetz wird für Websites der öffentlichen Hand die Einhaltung der WCAG Stufe A zwingend vorgeschrieben, die Erfüllung weiterer Stufen soweit möglich wird angestrebt. Das österreichische Bundesbehindertengleichstellungsgesetz (BBGStG) impliziert die Einhaltung der WCAG Stufe AA. Websites, die in Österreich mit Hilfe öffentlicher Fördermittel erstellt werden, unterliegen dem BBGStG, sollten also möglichst WCAG 2.0 AA konform gestaltet werden.

Zusammenfassung

Dieses Dokument ist eine Einführung in die WCAG 2.0 für AuftraggeberInnen, WebentwicklerInnen, WebdesignerInnen und Contentzuständige.

Es ist eine frei übersetzte, stichwortartige Kurzfassung der Richtlinien und dazugehörigen Erfolgskriterien, gereiht nach Konformitätsstufen (A, AA, AAA), da in der Praxis doch ein Bedürfnis nach einer Übersicht laut den gesetzlich vorgegebenen Levels besteht.
Zusätzlich gibt es technische Hinweise für den Weballtag, um einen schnellen Überblick zu den gängigsten Anforderungen bekommen. Dies kann nützlich sein, weil die technischen Erläuterungen zu den WCAG noch nicht auf deutsch vorliegen.

Die Vorgaben betreffen nicht nur Design und Programmierung einer Website, sondern müssen auch bei der Erstellung von Inhalten in Content Management Systemen beachtet werden.

Diese Zusammenfassung beruht auf der Schnell Referenz (Quick Reference) How to Meet WCAG 2.0 vom Dezember 2008.

Übersetzung, Beispiele und Erläuterungen sind subjektiv und nicht vollständig. Exakte Referenz sind nur die Originaldokumente der WCAG 2.0 (englisch), akkordierte deutsche Übersetzung: Richtlinien für barrierefreie Webinhalte (WCAG) 2.0

Die Zusammenstellung wurde mit Mitteln des BMGFJ, Abt. II/5-Jugendpolitik unterstützt und österreichischen Jugendorganisationen zur Verfügung gestellt.

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