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	<title>putzhuber.net &#187; Gesetze</title>
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		<title>Gesetzliche Bestimmungen</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Oct 2007 16:30:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesetze]]></category>

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		<description><![CDATA[M&#252;ssen Internetseiten in &#214;sterreich barrierefrei sein? Dieser Artikel spaziert mit bei der Accessibility Blog Parade vom MAIN_blog. Zuverl&#228;ssige Beratung zu rechtlichen Bestimmungen liefert der Verein BIZEPS. Auf einer Pr&#228;sentation von Martin Ladst&#228;tter von BIZEPS beruhen auch die Gesetzesausz&#252;ge hier. Dank an Martin auch f&#252;r weitere Hinweise. 6 Gesetze thematisieren im weiteren Sinn das Recht auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>M&#252;ssen Internetseiten in &#214;sterreich barrierefrei sein? Dieser Artikel spaziert mit bei der <a href="http://www.mainweb.at/blog/2007/09/28/einladung-accessibility-blog-parade/"><span class="help" lang="en" xml:lang="en" title="Zugänglichkeit">Accessibility</span> Blog Parade</a> vom MAIN_blog.</p>
<p>Zuverl&#228;ssige Beratung zu rechtlichen Bestimmungen liefert der Verein <a href="http://www.bizeps.or.at/bizeps/">BIZEPS</a>. Auf einer Pr&#228;sentation von Martin Ladst&#228;tter von BIZEPS beruhen auch die Gesetzesausz&#252;ge hier. Dank an Martin auch f&#252;r weitere Hinweise.</p>
<p>6 Gesetze thematisieren im weiteren Sinn das Recht auf barrierefreies Internet in &#214;sterreich. Ganz konkret angesprochen wird es im E-Government-Gesetz und im Behindertengleichstellungsgesetz.</p>
<ul>
<li>Bundesverfassungsgesetz</li>
<li>Allgemeines Verwaltungsverfahrensgesetz</li>
<li>Urheberrechtsgesetz</li>
<li>E-Government-Gesetz</li>
<li>Zustellgesetz</li>
<li>Behindertengleichstellungsgesetz</li>
</ul>
<h3>Bundesverfassungsgesetz</h3>
<p>Artikel 7: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Die Republik (Bund, L&#228;nder und Gemeinden) bekennt sich dazu, die Gleichbehandlung von behinderten und nichtbehinderten Menschen in allen Bereichen des t&#228;glichen Lebens zu gew&#228;hrleisten.“</p>
<p>Artikel 8: „Die &#214;sterreichische Geb&#228;rdensprache ist als eigenst&#228;ndige Sprache anerkannt.“</p>
<h3>Allgemeines Verwaltungsverfahrensgesetz</h3>
<p>Blinde und hochgradig sehbehinderte Beteiligte<br />
§ 17a „Blinden oder hochgradig sehbehinderten Beteiligten, die eines Vertreters entbehren, hat die Beh&#246;rde auf Verlangen den Inhalt von Akten oder Aktenteilen durch Verlesung oder nach Ma&#223;gabe der vorhandenen technischen M&#246;glichkeiten in sonst geeigneter Weise zur Kenntnis zu bringen.“</p>
<h3>Urheberrechtsgesetz</h3>
<p>Behinderte Personen<br />
§ 42d. Abs. 1 „Zul&#228;ssig ist die nicht kommerzielle Benutzung eines erschienenen Werkes durch Vervielf&#228;ltigung f&#252;r und Verbreitung an behinderte Personen in einer f&#252;r sie geeigneten Form, soweit ihnen wegen ihrer Behinderung der Zugang zum Werk durch sinnliche Wahrnehmung eines erschienenen Werkst&#252;cks nicht m&#246;glich oder erheblich erschwert ist.“</p>
<h3>E-Government-Gesetz</h3>
<p>§ 1 Abs. 3 „Bei der Umsetzung &#8230; ist Vorsorge daf&#252;r zu treffen, dass beh&#246;rdliche Internetauftritte, die Informationen anbieten oder Verfahren elektronisch unterst&#252;tzen, sp&#228;testens bis 1. J&#228;nner 2008 so gestaltet sind, dass internationale Standards &#252;ber die Web-Zug&#228;nglichkeit auch hinsichtlich des barrierefreien Zugangs f&#252;r behinderte Menschen eingehalten werden.“</p>
<p><a href="/2007/10/10/erlaeuterungen-e-gov-gesetz/">Mehr zum E-Governmentgesetz </a></p>
<h3>Zustellgesetz</h3>
<p>§ 30 Abs. 5 „Die von einem Zustelldienst &#8230; zu erbringenden Zustellleistungen sind so zu gestalten, dass nach dem jeweiligen Stand der Technik der barrierefreie Zugang zu diesen Dienstleistungen f&#252;r behinderte Menschen gew&#228;hrleistet ist.&#8221;</p>
<h3>Behindertengleichstellungsgesetz</h3>
<p>§ 6 Abs. 5 „Barrierefrei sind &#8230; Systeme der Informationsverarbeitung …, wenn sie f&#252;r Menschen mit Behinderungen in der allgemein &#252;blichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grunds&#228;tzlich ohne fremde Hilfe zug&#228;nglich und nutzbar sind.“</p>
<p>Erl&#228;uterungen: „Das Vorliegen von Barrierefreiheit ist nach dem Stand der technischen Entwicklung zu beurteilen. Herangezogen werden daf&#252;r k&#246;nnen beispielsweise  &#8230; die WAI-Leitlinien betreffend Angebote im Internet.“</p>
<p>§ 8 Abs. 3 „Die Richtlinien &#252;ber die Vergabe von F&#246;rderungen des Bundes haben vorzusehen, dass bei der Vergabe von F&#246;rderungen &#8230; die Beachtung dieses Bundesgesetzes &#8230; zu ber&#252;cksichtigen ist, und sichergestellt ist, dass das gef&#246;rderte Vorhaben den Grunds&#228;tzen dieses Bundesgesetzes nicht widerspricht.“</p>
<p><a href="/2007/10/10/erlaeuterungen-bgstg/">Mehr zum BGStG </a></p>
<h3>Weiterf&#252;hrende Infos</h3>
<p>Einen interessanten &#220;berblick &#252;ber die historische Entwicklung der rechtlichen Bestimmungen gibt ein Artikel bei BIZEPS vom 12. Mai: <a href="http://www.bizeps.or.at/news.php?nr=7800">Bundeskanzleramt: &#8220;Versuchen Sie es bitte sp&#228;ter noch einmal</a>.</p>
<p>Die Gesetzestexte finden sich im <a href="http://ris.bka.gv.at/">Rechtsinformationssystem des Bundes (RIS)</a>.</p>
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		<title>Erl&#228;uterungen E-Gov Gesetz</title>
		<link>http://www.putzhuber.net/2007/10/10/erlaeuterungen-e-gov-gesetz/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Oct 2007 16:20:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesetze]]></category>

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		<description><![CDATA[Das E-Governmentgesetz ist seit M&#228;rz 2004 in Kraft. BIS 1.1. 2008 m&#252;ssen die Vorgaben bez&#252;glich barrierefreiem Internet erf&#252;llt sein. Betroffen sind: Beh&#246;rden (Bund, L&#228;nder, Gemeinden) Zusteller Verwaltung des Bundes E-Government in &#214;sterreich E-Government meint die Gesamtheit aller elektronischen Angebote der &#246;ffentlichen Verwaltung f&#252;r B&#252;rgerInnen. digitales.oesterreich.gv.at ist die neue Informationsseite des Bundeskanzleramts zum E-Government. Eine &#220;bersicht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das E-Governmentgesetz ist seit M&#228;rz 2004 in Kraft. BIS 1.1. 2008 m&#252;ssen die Vorgaben bez&#252;glich barrierefreiem Internet erf&#252;llt sein.</p>
<p>Betroffen sind:</p>
<ul>
<li>Beh&#246;rden (Bund, L&#228;nder, Gemeinden)</li>
<li>Zusteller</li>
<li>Verwaltung des Bundes</li>
</ul>
<h3>E-Government in &#214;sterreich</h3>
<p>E-Government meint die Gesamtheit aller elektronischen Angebote der &#246;ffentlichen Verwaltung f&#252;r B&#252;rgerInnen.</p>
<p><a href="http://www.digitales.oesterreich.gv.at">digitales.oesterreich.gv.at</a> ist die neue Informationsseite des Bundeskanzleramts zum E-Government.<br />
Eine &#220;bersicht &#252;ber das aktuelle E-Government-Angebot, erstellt von Statistik Austria, Sept 2007, findet sich dort unter<br />
<a href="http://www.digitales.oesterreich.gv.at/DocView.axd?CobId=25037">&#214;sterreich <span class="help" lang="en" xml:lang="en" title="im Internet">Online</span> &#8211; Bericht zur E-Government Landkarte 2007</a> (PDF, 4317 kB).</p>
<h3>Level der Barrierefreiheit</h3>
<p>Derzeit sind noch die WCAG 1.0 g&#252;ltig. Mangels einer expliziten, l&#228;nderspezifischen Norm, wie sie etwa in Deutschland mit der BITV existiert, hat man sich vorl&#228;ufig auf Erf&#252;llung des Mindeststandards, also von Level A der WCAG verpflichtet, mit dem &#8211; auch &#246;ffentlich formulierten &#8211; Ziel Doppel A zu erreichen. Zur Erreichung des E-Government G&#252;tesiegels (existiert seit 2003) ist also wohl auch WAI A und der Styleguide E-Formulare (der &#252;ber Level A hinausgeht) erforderlich.</p>
<p>Zitat auf <a href="http://www.digitales.oesterreich.gv.at/site/cob__26638/5566/default.aspx">digitales.oesterreich.gv.at</a>: &#8220;&#214;sterreich hat sich auf EU-Ebene verpflichtet, die WAI-Leitlinien umzusetzen. Die Umsetzung der WAI-Leitlinien ist daher fester Bestandteil der E-Government-Strategien. Dies bedeutet, dass Mindeststandards &#8211; damit sind die Web <span class="help" lang="en" xml:lang="en" title="Inhalt">Content</span> <span class="help" lang="en" xml:lang="en" title="Zugänglichkeit">Accessibility</span> <span class="help" lang="en" xml:lang="en" title="Richtlinien">Guidelines</span> 1.0, Stufe A, gemeint &#8211; erf&#252;llt werden m&#252;ssen.&#8221;</p>
<p>Mit BehindertenvertreterInnen besteht hier kein Konsens, sie pl&#228;dieren auf Erreichung von Stufe AA.</p>
<p>In Deutschland (<a href="http://www.einfach-fuer-alle.de/artikel/bitv/begruendung/">einfach-fuer-alle.de/artikel/bitv/begruendung/</a> ) und der Schweiz (<a href="http://www.access-for-all.ch/download/P028.pdf">access-for-all.ch/download/P028.pdf</a>) muss jeweils Konformit&#228;tsstufe AA erf&#252;llt werden.</p>
<p>Das &#246;sterreichische BGStG impliziert ebenfalls Doppel A. Die Formulierungen zu barrierefreiem Informationszugang sind &#228;hnlich wie im <a href="http://www.behindertenbeauftragte.de/index.php5?nid=20&amp;Action=home">deutschen Behindertengleichstellungsgesetz</a>.</p>
<p>Martin Ladst&#228;tter vom Verein <a href="http://www.accessiblemedia.at"><span class="help" lang="en" xml:lang="en" title="zugängliche Medien">accessible media</span></a> argumentiert u.a. auch mit der <a href="http://www.w3c.de/Trans/WAI/webinhalt.html#priorities">Erl&#228;uterung von Checkpunkt der Priorit&#228;t 2 in den WCAG 1.0</a> f&#252;r die Verpflichtung auf Konformit&#228;tsstufe AA: &#8220;[Priorit&#228;t 2]: Ein Entwickler von Web-Inhalten sollte diesen Checkpunkt erf&#252;llen. Andernfalls wird es f&#252;r eine oder mehrere Gruppen schwierig sein, auf die Information im Dokument zuzugreifen. Die Erf&#252;llung dieses Checkpunkts beseitigt signifikante Hindernisse f&#252;r den Zugriff auf Web-Dokumente.&#8221;</p>
<h3>Styleguide f&#252;r E-Formulare</h3>
<p>F&#252;r E-Government-Formulare gibt es einen Styleguide, der Barrierefreiheit miteinschlie&#223;t.<br />
Der <a href="http://reference.e-government.gv.at/Styleguide___stg_2_0_0_-_Versi.940.0.html">Styleguide f&#252;r E-Formulare</a> (stg 2.0.0 &#8211; Version vom 6.9.2006) gibt zusammen mit der Beschreibung von Standarddaten in E-Formularen die Grundlage f&#252;r ein einheitliches Layout von elektronischen Formularen der &#246;ffentlichen Verwaltung in &#214;sterreich. Er hat Empfehlungsstatus.<br />
Eine grafische Optimierung der Formulare w&#228;re meines Erachtens w&#252;nschenswert.</p>
<h3>Interne Evaluierung</h3>
<p>&#214;ffentliche Internetangebote des Bundes wurden 2007 intern evaluiert: <a href="http://www.digitales.oesterreich.gv.at/site/5715/default.aspx">Erhebung Barrierefreiheit 2007</a>. Die Erhebung kommt zu sehr positiven Ergebnissen:<br />
Bei 12 Ministerien (mit 68 &#252;berpr&#252;ften Dom&#228;nen) 94% durchschnittlicher Erf&#252;llungsgrad WAI A.<br />
F&#252;r 57 der 68 evaluierten Domains beantworteten die Ressorts auch die Pr&#252;fpunkte zu WAI AA, der Erf&#252;llungsgrad schwankt f&#252;r die einzelnen Pr&#252;fpunkte zwischen 75 und 100 Prozent.</p>
<h3>Pers&#246;nlicher Kommentar</h3>
<p>Die lange Umsetzungsfrist von 2004 bis Ende 2007 hat generell zu einer Abwartehaltung motiviert. Es wurde sicher innerhalb dieser Frist auch mit einer Aktualisierung der WCAG gerechnet, von der man sich vielleicht Erleichterungen in der Umsetzung versprach. Die Auszeichnung von Sprachwechsel ist in der Entwurfsfassung der WCAG 2.0. beispielsweise kein Level A Kriterium mehr, moderne Screen-Reader interpretieren Javascript usw.</p>
<p>Bei MitarbeiterInnen von Beh&#246;rden ist teils gro&#223;es Interesse am Thema zu sp&#252;ren (so haben auch einige den <a href="http://www.bfwd.at">Lehrgang f&#252;r Barrierefreies Webdesign</a> an der Uni Linz absolviert) und wirkliches Engagement in der Umsetzung, zum Teil aber auch Ablehnung von &#252;berzogen und veraltet scheinenden Vorgaben und Verunsicherung, was nun tats&#228;chlich umgesetzt werden muss und wen es nun tats&#228;chlich betrifft.</p>
<p>Die positiven Ergebnisse der &#8220;Erhebung Barrierefreiheit 2007&#8243; sind sowohl ein Indiz dieses Engagements auf der einen Seite als auch ein Indiz einer gewissen &#8211; vermutlich frustrierten &#8211; Wurschtigkeit auf der anderen. Eine neutrale Evaluierungsstelle wie <a href="http://www.bik-online.info/">BIK</a> in Deutschland oder <a href="http://www.access-for-all.ch">Zugang f&#252;r alle</a> in der Schweiz fehlt. Die <a href="http://www.bik-online.info/test/der_woche/index.php">Tests der Woche von BIK</a> oder die <a href="http://www.access-for-all.ch/de/studie/">Schweizer <span class="help" lang="en" xml:lang="en" title="Zugänglichkeit">Accessibility</span>-Studie 2007</a> geben ein objektiveres Bild.</p>
<p>Die Umsetzung der WAI Richtlinien ist auf Bundesebene am weitesten fortgeschritten und l&#228;sst auf Gemeindeebene noch sehr zu w&#252;nschen &#252;brig. Hier scheint man es wohl auch auf eher unwahrscheinliche Schlichtungsverfahren ab 2008 ankommen zu lassen.<br />
Ein gro&#223;er Anbieter von Gemeindeplattformen out of the box &#8211; <a href="http://www.riskommunal.at/">Ris Kommunal</a> &#8211; bietet f&#252;r neue Webauftritte mittlerweile aber auch ein WAI konformes CMS an, im Gegensatz zur alten <span class="help" lang="en" xml:lang="en" title="Rahmen">Frames</span>- und Tabellenl&#246;sung, auf der noch viele alte Seiten aufbauen. Webseiten haben ein Ablaufdatum, bei den n&#246;tigen Relaunches in den n&#228;chsten Monaten und Jahren wird Barrierefreiheit in jedem Pflichtenheft stehen m&#252;ssen. Die Formulierungen im BGStG legen eine Festlegung auf Erreichung von Stufe AA der WCAG nahe.</p>
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		<title>Erl&#228;uterungen BGStG</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Oct 2007 16:10:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Gesetze]]></category>

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		<description><![CDATA[aktualisiert am 15.10.2007 Der im BGStG (Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz) definierte rechtliche Anspruch auf barrierefreien Informationszugang im Internet gilt ohne &#220;bergangsfrist seit 1.1. 2006. Betroffen sind: Verwaltung des Bundes einschlie&#223;lich dessen T&#228;tigkeit als Tr&#228;ger von Privatrechten Unternehmen, die G&#252;ter und Dienstleistungen verkaufen, &#8220;die der &#214;ffentlichkeit zur Verf&#252;gung stehen&#8221; F&#246;rderungsnehmerInnen von Bundesf&#246;rderungen Laut Gesetzestext: § 2 Geltungsbereich: „1. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>aktualisiert am 15.10.2007</p>
<p>Der im BGStG (Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz) definierte rechtliche Anspruch auf barrierefreien Informationszugang im Internet gilt ohne &#220;bergangsfrist seit 1.1. 2006.</p>
<p>Betroffen sind:</p>
<ul>
<li>Verwaltung des Bundes einschlie&#223;lich dessen T&#228;tigkeit als Tr&#228;ger von Privatrechten</li>
<li>Unternehmen, die G&#252;ter und Dienstleistungen verkaufen, &#8220;die der &#214;ffentlichkeit zur Verf&#252;gung stehen&#8221;</li>
<li>F&#246;rderungsnehmerInnen von Bundesf&#246;rderungen</li>
</ul>
<p>Laut Gesetzestext: § 2 Geltungsbereich:<br />
„1. Die Bestimmungen dieses Bundesgesetzes gelten f&#252;r die Verwaltung des Bundes einschlie&#223;lich dessen T&#228;tigkeit als Tr&#228;ger von Privatrechten.<br />
2. Die Bestimmungen dieses Bundesgesetzes gelten weiters f&#252;r Rechtsverh&#228;ltnisse einschlie&#223;lich deren Anbahnung und Begr&#252;ndung sowie f&#252;r die Inanspruchnahme oder Geltendmachung von Leistungen au&#223;erhalb eines Rechtsverh&#228;ltnisses, soweit es jeweils um den Zugang zu und die Versorgung mit G&#252;tern und Dienstleistungen geht, die der &#214;ffentlichkeit zur Verf&#252;gung stehen, und die unmittelbare Regelungskompetenz des Bundes gegeben ist. …“</p>
<p>Die „unmittelbare Regelungskompetenz des Bundes“ ist z.B. beim Konsumentenschutzgesetz gegeben. Ein Fall nach dem BGStG w&#228;re <a href="http://www.mainweb.at/blog/2007/02/06/recht-auf-information-nachtrag-2-zum-barcamp-kaernten/">laut Beate Firlinger im main_blog</a> etwa, wenn ein blinder User beim <span class="help" lang="en" xml:lang="en" title="im Internet">Online</span>-Shopping ein Sonderangebot wegen einer nicht zug&#228;nglichen Information im Internet nicht wahrnehmen kann und dadurch einen wirtschaftlichen Nachteil hat. </p>
<p><a href="http://www.bizeps.or.at/gleichstellung/rechte/bgstg.php">Umfassende Infos zum Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz</a> finden sich bei BIZEPS.</p>
<h3>Pers&#246;nlicher Kommentar</h3>
<p>Unternehmenswebseiten, besonders auch E-Shops, die ab 2006 neu erstellt wurden, m&#252;ssen eigentlich zug&#228;nglich sein (mit Screen-Reader Software, mit der Tastatur&#8230;). Betroffen sind auch <span class="help" lang="en" xml:lang="en" title="im Internet">Online</span>-Informationen zur Gesch&#228;ftsanbahnung, etwa Preisangaben. Die Frage der Zumutbarkeit eines Seitenumbaus m&#252;sste in einem Schlichtungsfall geregelt werden.</p>
<p>Allerdings m&#252;ssen Unternehmenswebseiten nur dann barrierefrei sein, wenn auch die unmittelbare Regelungskompetenz des Bundes gegeben ist. Was dies bedeutet, ist unklar. <del datetime="2007-10-14T20:38:23+00:00">Wenn sie also bei Nichtzug&#228;nglichkeit beispielsweise auch den Konsumentenschutz verletzen?  Bei Preisnachl&#228;ssen, Sonderangeboten, Geb&#252;hrenbefreiung im Internet, wenn die gleiche Leistung nicht anderweitig &#8211; ohne besondere Erschwernis und grunds&#228;tzlich ohne fremde Hilfe &#8211; bezogen werden kann?</del> </p>
<p>Anmerkung 15.10.2007: Diese Frage wurde von Herrn Ladst&#228;tter mit Nein beantwortet. Es geht nicht darum, dass Leistungen nur im Internet oder dort g&#252;nstiger bezogen werden k&#246;nnen.</p>
<p>Die Ungleichbehandlung &#8211; KonsumentInnen ohne Behinderung k&#246;nnen bequem im Internet einkaufen, KonsumentInnen mit Behinderung nicht &#8211; verst&#246;&#223;t allerdings bereits gegen die Bundesverfassung.<br />
Vielleicht ist die unmittelbare Regelungskompetenz des Bundes auch durch das Diskriminierungsverbot im BGStG selbst gegeben.</p>
<p>Ich bin keine Juristin und h&#228;tte selbst gerne eine eindeutige Antwort auf die Frage, ob alle neuen Unternehmenswebseiten seit 2006 WAI konform sein m&#252;ssen.</p>
<p>Nachtrag 15.10.2007: Nach genauerer Lekt&#252;re des Gesetzestextes (nicht nur Copy und Paste der relevanten Passagen <img src='http://www.putzhuber.net/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> ) wird auch der einschr&#228;nkende Passus &#8220;&#8230;und die unmittelbare Regelungskompetenz des Bundes gegeben ist&#8221; f&#252;r mich klarer:<br />
Es liegt nicht in der unmittelbaren Regelungskompetenz des Bundes, Barrierefreiheit f&#252;r Unternehmenswebseiten direkt anzuordnen.<br />
Das BGStG regelt die Rechtsfolgen von Diskriminierung auf Grund von nicht vorliegender Barrierefreiheit.</p>
<p>D.h. aus meiner Sicht, es w&#228;re unrichtig zu sagen, Barrierefreiheit ist durch das BGStG f&#252;r alle Unternehmenswebseiten ab 2006 gesetzlich vorgeschrieben. Jede Person mit einer Behinderung kann allerdings ein Unternehmen auf Diskriminierung klagen, wenn dessen Webseite f&#252;r sie nicht benutzbar ist und wird recht bekommen, wenn sie die Diskriminierung, d.h. Unzug&#228;nglichkeit glaubhaft machen kann. Ein Schlichtungsverfahren ist vor einer Klage gesetzlich vorgeschrieben. Die Webseite muss zug&#228;nglich gemacht werden, es besteht Schadenersatzpflicht. </p>
<p>Je gr&#246;&#223;er die Zugriffszahlen einer Webseite sind, desto gr&#246;&#223;er ist auch die Wahrscheinlichkeit, dass viele Menschen mit Behinderung  unter den BesucherInnen sind. Die Zumutbarkeit, den Webauftritt barrierefrei zu gestalten, wird auch bei Unternehmen mit starkem finanziellen Hintergrund anders eingesch&#228;tzt werden als bei kleineren Unternehmen. Fragen der <span class="help" lang="en" xml:lang="en" title="Soziale Verantwortung eines Unternehmens">Corporate Social Responsibility</span> und eines wahrscheinlichen Imageschadens bei medialem Aufrollen eines Diskriminierungsfalles sind zu bedenken.</p>
<p>Das Vorliegen von Barrierefreiheit ist nach dem Stand der technischen Entwicklung zu beurteilen.<br />
Die Formulierung &#8220;ohne besondere Erschwernis und grunds&#228;tzlich ohne fremde Hilfe&#8221; impliziert, dass Konformit&#228;tsstufe AA der WCAG erreicht werden muss, weil erst viele der Kriterien hier, wie etwa semantische Textstruktur, Labeln von Formularen, Sprungmarken, deutliche Kennzeichnung des Fokus, ein Layout, das Schriftvergr&#246;&#223;erung zul&#228;sst etc., Webseiten f&#252;r viele UserInnen mit Behinderungen gut benutzbar machen.</p>
<p>Nicht alle Kriterien der WCAG 1.0 entsprechen mehr dem derzeitigen Stand der Technik. Beispielsweise ist Javascript mittlerweile screen-reader-tauglich und d&#252;rfte damit auch f&#252;r wichtige Funktionen eingesetzt werden, wenn es barrierefrei, tastaturbedienbar etc&#8230;.programmiert ist). Ajax (vereinfacht: das Laden von neuen Inhalten, ohne dass eine Seite neu geladen wird) ist derzeit noch nicht barrierefrei, bedarf bei Einsatz &#8211; derzeit &#8211; also noch einer Fallback L&#246;sung. </p>
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		<title>Schlichtungen</title>
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		<pubDate>Wed, 10 Oct 2007 16:00:45 +0000</pubDate>
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				<category><![CDATA[Gesetze]]></category>

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		<description><![CDATA[aktualisiert 3.11.2008 Als Rechtsfolgen einer Diskriminierung sind materieller und immaterieller Schadenersatz vorgesehen. Einem gerichtlichen Verfahren ist ein verpflichtendes Schlichtungsverfahren beim Bundessozialamt vorgeschaltet. Jede behinderte Person kann bei vermeintlicher Diskriminierung gem&#228;&#223; BGStG ein Verfahren beim Bundessozialamt einleiten. Im Normalfall einigt man sich dort auf eine Kompromissl&#246;sung und zumutbare Anpassungen innerhalb zumutbarer Fristen. Bisherige Schlichtungsf&#228;lle, aufgelistet in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>aktualisiert 3.11.2008</p>
<p>Als Rechtsfolgen einer Diskriminierung sind materieller und immaterieller Schadenersatz vorgesehen.<br />
Einem gerichtlichen Verfahren ist ein verpflichtendes Schlichtungsverfahren beim Bundessozialamt vorgeschaltet.<br />
Jede behinderte Person kann bei vermeintlicher Diskriminierung gem&#228;&#223; BGStG ein Verfahren beim Bundessozialamt einleiten.<br />
Im Normalfall einigt man sich dort auf eine Kompromissl&#246;sung und zumutbare Anpassungen innerhalb zumutbarer Fristen.</p>
<p>Bisherige Schlichtungsf&#228;lle, aufgelistet in der <a href="http://www.bizeps.or.at/gleichstellung/schlichtungen/">BIZEPS Schlichtungsdatenbank</a>, zeigen, dass es dabei nie um genaue Erf&#252;llung der WCAG 1.0 auf Punkt und Beistrich ging, sondern um pragmatische L&#246;sung von jeweils sehr konkreten Zug&#228;nglichkeitsproblemen.</p>
<p>Banken wurden zur Schlichtung geladen, nicht weil sie ein verschachteltes Frameset verwenden, sondern weil sie bei ihren Internet Banking Systemen auf ein rein grafisches TAN System umgeschalten hatten, dass f&#252;r blinde Menschen nicht benutzbar ist.</p>
<p>Ein <span class="help" lang="en" xml:lang="en" title="im Internet">Online</span>-Ticketanbieter kam ins Visier, weil keine Rollstuhlpl&#228;tze gebucht werden konnten, ein Mobiltelefonanbieter, weil er Preisinformationen in mit Screen-Reader absolut unlesbaren PDFs und Sonderangebote in Bildern ohne Alternativtext versteckt hat.</p>
<p>Mit zunehmender Multimedialisierung des Internets ist die Forderung nach Untertitelung von Videos f&#252;r Menschen mit H&#246;rbehinderung und auch nach &#220;bersetzungen in Geb&#228;rdensprache, die 2005 als Minderheitensprache anerkannt wurde, zu erwarten.</p>
<p>Interessant ist der Rechtsfall <a href="http://www.target.com">target.com</a> in Kalifornien, der Schule machen k&#246;nnte. Der <span class="help" lang="en" xml:lang="en" title="im Internet">Online</span>-Shop wurde verklagt, blinde Menschen zu diskriminieren. <a href="http://www.einfach-fuer-alle.de/blog/eintraege.php?id=1807_0_1_0">Informationen zum Klagsfall target.com bei efa, 2006</a>. Der Fall erhielt class-action-status, d.h. wurde als Sammelklage anerkannt: <a href="http://abclocal.go.com/kgo/story?section=business&amp;id=5689097">Infos zum Klagsfall target.com bei abclocal.go.com, Oktober 2007</a>,  <a href="http://www.internetnews.com/bus-news/article.php/3703246">Infos zum Klagsfall target.com bei internetnews.com, Oktober 2007</a>.<br />
<ins datetime="2008-11-03T15:57:28+00:00">Der Klagsfall target.com wurde im August 2008 &#8211; weitgehend zugunsten der Kl&#228;gerInnen &#8211; abgeschlossen. Informationen dazu gibt es u.a. bei <a href="http://www.webaim.org/blog/target-lawsuit-settled/">WebAIM</a>.</ins></p>
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